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Tanz

Wegehen

19 Uhr: Praktische Einführung mit dem Choreografen Bruno Genty
zur Vorstellung Wegehen / ein Gastspiel von Karin Waehner (1926-1999) – Eigensinnig in Zwischenräumen. Ein Tanzfonds Erbe Projekt
20 Uhr: wegehen - eine Performance & Lecture über Karin Waehner und "celui sans nomReaktion 2018". 

 

 

Indem sich die Tänzer mit dem künstlerischen und pädagogischen Wirken einer der Protagonistinnen des zeitgenössischen Tanzes in Europa beschäftigen und kurze Selbstportraits einbinden, fragen sie nach der Relevanz dieser Choreografien für Tänzer und Choreografen heute. So entsteht ein Dialog zwischen Generationen und Erfahrungen. Bruno Genty lehnt es ab, „ein Modell“ zu sein. Somit mussten Annette Lopez Leal und Michael Gross im Probenprozess ihre eigenen Bilder und Sichtbarkeiten finden.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen praktischen Einführung stehen verschiedene Grundprinzipien der Probenarbeit. Die Auseinandersetzung hat die Problematik im Kern, dass Choreografien nicht kopiert werden können. Dieses Prinzip bezieht sich nicht nur auf das Credo der drei Performer zum Thema Tanzerbe, Weitergabe und Aktualisierung, sondern auch auf alltägliche Situationen, in denen wir uns zurechtfinden müssen, die unser Leben bereichern, an denen wir wachsen, aber auch scheitern können. Zudem werden wir Rhythmusdifferenzen und unterschiedliche Weggestaltungen ausprobieren, die sowohl in den Choreografien von Karin Waehner als auch in der Vorstellung WEGEHEN eine Rolle spielen.

 

20 Uhr: „Wegehen“ - eine Performance & Lecture über Karin Waehner mit „celui sans nom-Rekreation 2018“

 

von Bruno Genty in Kollaboration mit Annette Lopez Leal, Michael Gross, Jean Masse

aus dem Projekt „KARIN WAEHNER (1926-1999) Eigensinnig in Zwischenräumen. Ein TANZFONDS ERBE Projekt von Heide Lazarus“

 

Das Projekt verbindet Vergangenheit und Gegenwart Karin Waehners im Tanzen, Choreografieren und Lehren zwischen Generationen und Erfahrungen. Während Karin Waehner in Frankreich als eine der Wegbereiterinnen des modernen und zeitgenössischen Tanzes gilt, sind ihr Name und ihr Werk in Deutschland eher unbekannt. Das könnte sich nach dem Projekt ändern.

„Wegehen“ ... drei Tänzer, drei Generationen, drei Erfahrungen, drei Interpretationen ... Ein Wandel in die Zukunft mit Bruno Genty (ehemaliger Tänzer und Assistent von Karin Waehner), Annette Lopez Leal (ehem. Tänzerin Rui Horta), Michael Gross (Absolvent der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz).

In der Performance „Wegehen“ werden mittels Sequenzen aus verschiedenen Choreografien einzelne Arbeitsprinzipien von Karin Waehner und ihre Relevanz heute zur Diskussion gestellt. Es geht um menschliche Situationen. Die Bezüge sind für jeden verschieden, die Bewegungen ähnlich. Die choreografischen Auszüge erinnern an einen Spruch von Mary Wigman, der auch das tänzerische, choreografische und pädagogische Credo ihrer Schülerin Karin Waehner erfasst:


„…the simplest, the most difficult, the most beautiful step – the walk. You must work on it all your life.“ (Mary Wigman, 1952)

 

Bruno Genty lehnt es ab, "ein Modell" zu sein oder Kopien zu vermitteln. Annette Lopez Leal und Michael Gross finden ihre eigenen Bilder und Sichtbarkeiten. Unterschiede werden nicht durch die Diktatur einer perfekten Synchronisation ausgemerzt - weder für die Tänzer noch für das Publikum; weder in der Kreation noch in der Rekonstruktion. Deshalb wird im Projekt auch nicht von einer Rekonstruktion, sondern von einer Rekreation gesprochen.

 

Den Ausgangspunkt für „Wegehen“ bietet ein Solo für Bruno Genty. Es ist eines der letzten Stücke Karin Waehners. Der Arbeitstitel vor 1989 hieß derrière le mur (dt.: „Hinter der Mauer“). Zur Premiere 1990 hieß das Stück celui sans nom (dt.: „Namenlos“). Es wurde in einem speziell definierten Probenprozess weitergegeben und wird als Trio wiederaufgeführt.

Der Choreograf und Tanzpädagoge Bruno Genty beherrscht mit feinem Humor die zeitgenössische Grenze zwischen physischer Aktion und mentaler Interpretation im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Narration. Genty wurde in Frankreich zur Zeit von Maurice Bejart und Pinok et Matho ausgebildet. Durch seine Mentorin Karin Waehner bezieht er sich zudem stark auf die Arbeitsweise von Mary Wigman und José Limón.
Bruno Genty wird von Annette Lopez Leal unterstützt, mit der ihn eine von José Limón sowie physischer Dynamik und analytischer Musikalität inspirierte Arbeitsweise verbindet.

 

„Wegehen“
Konzeption /Choreografie/Regie/Tanz: Bruno Genty
In Zusammenarbeit mit den Tänzern: Annette Lopez Leal, Michael Gross und der Dramaturgin Heide Lazarus
Musik: Thierry Estival, Ricardo Villalobos & Max Loderbauer, Ewa/Laurence Matalon, Franz Schubert
Dauer: 60 Minuten


Mit
Sequenz aus l'EXODE (1986 von Karin Waehner)
Zitate aus LES MARCHES (dt.: „Die Stufen“, 1980 von Karin Waehner)
Und
CELUI SANS NOM – REKREATION 2018
Einstudierung : Bruno Genty, Annette Lopez Leal
Musik: Thierry Estival (1990)

 

 

Credits:

"Karin Waehner (1926-1999) - Eigensinnig in Zwischenräumen. Ein Tanzfonds Erbe Projekt" in Koproduktion mit DOCK 11 von Heide Lazarus und Bruno Genty in Kollaboration mit Annette Lopez Leal und Michael Gross; gefördert von TANZFONDS ERBE – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und mit Genehmigung der Association Karin Waehner – Les
Cahiers de l‘Oiseau; in Kooperation mit Institute of Dance Arts (IDA) der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, Archiv der Akademie der Künste (Berlin), Gesellschaft für Tanzfoschung, TANZWOCHE Dresden; in Zusammenarbeit mit Compagnie Epiphane/Jean Masse, Peter Jarchow sowie Katja Karouaschan, Kamil Mrozowski, Solaja Rechlin, Kirsten
Seeligmüller, Asier Solana, Anja Vogel; unter wissenschaftlicher Beratung von Dr. Josephine Fenger, Dr. Claudia Fleischle-Braun, Dr. Laure Guilbert; unterstützt von: körperbewegt in Linz, Centre Lafaurie Monbadon, „Karin Waehner, une artiste migrante. Archive, patrimoine et histoire transculturelle de la danse“ (Forschungsprojekt der Universität Paris 8)

Trailer

Informationen & Video zu Karin Waehner

Kartenbestellung bei:
TANZBÜHNE DRESDEN e.V. im projekttheater
Tel.: 0049 (0)351-8107600
Mail: kartenbestellung@projekttheater.de

Foto: Kamil Morzowski

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